MPlayer verwenden und anpassen #
MPlayer startest du als Kommandozeilen-Programm mit mplayer, die GUI mit gmplayer. Die GUI ist weitgehend selbsterklärend, die Kommandozeilen-Optionen brauchen dagegen etwas Erklärung.
- Datei öffnen:
mplayer filename - Datei mit Untertiteln öffnen (z. B. bei DivX):
mplayer filename -subfile filename.sub - VCD-Track öffnen:
mplayer -vcd <trackno> - DVD in praktisch jeder Umgebung abspielen (Vesa-Modus):
mplayer -o vesa -cache 8192 -fs -dvd <trackno> - Wenn die Hardware nicht schnell genug ist und der Film ruckelt:
mplayer -framedrop - Verfügbare Codecs auflisten:
mplayer -vc help
Die zentrale Konfigurationsdatei ist ~/.mplayer/config. Sie enthält Kommentare zu jeder Funktion. Die Defaults passen meist, ein paar Dinge lassen sich aber anpassen. Tastenbelegungen liegen in ~/.mplayer/input.conf und lassen sich ausgiebig ändern – aber erst ein Backup, dann spielen. Die Syntax ist simpel und selbsterklärend.
MPlayer hat zudem einige Spezial-Optionen für Mediendateien, die sich seltsam verhalten. Angenommen, du hast einen DivX auf Japanisch, aber die Untertitel-Spur läuft nicht synchron zum Bild: eine hat 25 fps, die andere 23, der Film folgt also den Untertiteln. Dieser Befehl löst das:
mplayer <filename> -subfile <filenmame.sub> -subfps 25Schlimmer wird es, wenn der Film schlecht kodiert ist und der Ton das Bild nie einholt. Dieser lästige Fall könnte dir den Sonntagnachmittag ruinieren – gäbe es MPlayer nicht. Verzögere das Bild einfach ein wenig:
mplayer <filename> -delay <secs>Beide Verzögerungen dürfen auch negativ sein.
Angenommen, eine Datei ist mit Codec X kodiert, MPlayer will sie aber mit Codec Y abspielen. Du kannst einen bestimmten Codec erzwingen:
mplayer <filename> -vc <codec>Angenommen, du hast gerade angefangen, eine Konferenz-Aufzeichnung herunterzuladen, und willst die Qualität kennen, bevor du dich auf 700 MB einlässt – oder du hast schlicht einen kaputten DivX. Dieser Befehl baut den DivX-Index neu auf, sodass du in der defekten AVI vor- und zurückspringen kannst:
mplayer <filename> -idxZeigt die AVI immer noch nichts an, probiere diese Optionen in verschiedenen Kombinationen:
-nobps -ni -mc0 -forceidx -nocache
MEncoder #
Ein anständiger Media-Player gehört zu einem guten Desktop. Manchmal willst du aber mehr. Vielleicht hast du die schwer erhältliche Robotech-Serie ins .rm-Format gesichert, willst sie jetzt aber auf dem VCD-Player schauen. Auch dafür hat MPlayer eine Lösung: Es kann fast alle Mediendateien crosscoden. Wenn du das MPlayer-Paket kompiliert hast, ist MEncoder bereits dabei.
Die Syntax ist sehr einfach. Diese Befehlszeile kodiert die Datei basket.rm mit dem libav-Codec (dem besten DivX-Codec für Performance und Qualität) und die Tonspur mit mp3lame.
mencoder -ovc lavc basket.rm -oac mp3lame -o basket.aviErinnerst du dich an die AVI mit dem kaputten Index? Statt jedes Mal den Workaround zu nutzen, kannst du sie mit MEncoder dauerhaft reparieren. Der folgende Befehl baut den Index neu auf und kopiert den gesamten Audio- und Video-Stream unverändert in die Ausgabedatei.
mencoder -idx input.avi -ovc copy -oac copy -o output.aviVielleicht willst du mehrere AVI-Dateien zu einer einzigen zusammenfügen. Solange sie denselben Codec und dieselbe Bitrate haben, ist auch das einfach. Zurück zu den Unix-Wurzeln:
cat 1.avi 2.avi | mencoder -noidx -ovc copy -oac copy -o output.avi -Ich gehe hier nicht weiter ins Detail, denn MPlayer und MEncoder haben mehr Optionen, als ich in einem Artikel beschreiben kann. Viel Spass mit diesen mächtigen Programmen – und experimentiere mit den Einstellungen.